Bachelor of Science in Ernährung und Diätetik

Ist Ihnen im Beruf der Kontakt zu Menschen wichtig? Interessieren Sie sich für Fragen und Antworten rund um das Thema Ernährung? Die Zusammenarbeit mit Fachpersonen aus andern Berufen empfinden Sie als Bereicherung? Dann ist der Beruf als Ernährungsberater/-in das Richtige für Sie. Bei Ihrer Arbeit beraten, unterstützen und schulen Sie gesunde und kranke Klienten in Ernährungsfragen aller Art. Es gilt gemeinsam mit den Klienten Wege zu einer gesunden Ernährungsweise zu finden und dabei komplexe Situationen zu meistern. Aufgrund der vielseitigen Ausbildung haben Sie die Möglichkeit in Spitälern, Beratungsstellen, Industrie und Vertriebsorganisationen oder einer eigenen Praxis zu arbeiten.

Voraussetzungen

Für eine prüfungsfreie Aufnahme wird einer der folgenden Abschlüsse vorausgesetzt:

  • Berufs-, Fach- oder gymnasialen Maturität oder EDK-anerkannten, 3-jährigen Fachmittelschule oder eidg. anerkannten Handelsmittelschule oder 3-jährigen Diplommittelschule sowie
  • 2-monatiges Vorpraktikum in einer Institution des öffentlichen Gesundheits- oder Sozialwesens mit pflegerischen Tätigkeiten.

Ausnahme: Fachangestellte/r Gesundheit mit eidg. Fähigkeitszeugnis und Berufsmaturität.
 
Über die definitive Zulassung entscheidet eine kostenpflichtige und verbindliche Eignungsabklärung.

Ausbildung

Dauer

an der Berner Fachhochschule 3 Jahre Hauptstudium, anschliessend 10-monatiges Zusatzmodul in der Praxis
 
Schwerpunkte und Module

an der Berner Fachhochschule
 
1. + 2. Semester

Beratung von gesunden Menschen; psychologische, soziologische, physiologische Grundkenntnisse; Grundlagen und Vertiefungen in Kommunikation, Beratung, Ernährungswissenschaft etc.
 
3. + 4. Semester

Beratung von kranken Menschen; Pathophysiologie und -psychologie; Diätetik; klinisches Arbeiten
 
5. + 6. Semester

Beratung bei komplexen Problemstellungen; ethische, berufspolitische Themen; Prävention, Gesundheitsförderung; Bachelorarbeit
 
über das ganze Studium verteilt / Semester übergreifend

Praktika in versch. Berufsfeldern, Betrieben; Modulgruppen wie Lernen, Wissenschaftliches Arbeiten, Fachenglisch

Abschluss

Bachelor of Science FH in Ernährung und Diätetik

Studienorte FH

Berner Fachhochschule Gesundheit
Murtenstrasse 10
3008 Bern
031 848 35 00
gesundheit@bfh.ch
www.bfh.ch

Haute école de santé HEdS
Avenue de Champel 47
1206 Genève
022 388 56 00
info.heds@hesge.ch
www.heds-ge.ch

Fernfachhochschule Schweiz (FFHS)
Überlandstrasse 12
3900 Brig
info@ffhs.ch
www.ffhs.ch

Arbeitsorte

Ernährungsberater FH arbeiten in Spitälern und Rehabilitationskliniken, in Arztpraxen, in Pflege- und Seniorenheimen, im öffentlichen Gesundheitswesen, in der Industrie, in Schulen, in Krankenkassen, in Vertriebsorganisationen, bei Medien sowie in öffentlichen und privaten Beratungsstellen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, als Selbstständigerwerbende mit eigener Praxis tätig zu sein.

Arbeitswelt

Trotz vielfältiger Einsatzmöglichkeiten ist der Stellenmarkt beschränkt. Ernährungsberaterinnen FH sollten darum in Bezug auf den Arbeitsort und das Einsatzfeld flexibel sein.

Aufgabenbeschrieb

Im Zentrum der Tätigkeit als Ernährungsberater FH steht die Beratung und Betreuung von kranken Menschen. In Spitälern, Heimen, Arztpraxen oder in der eigenen Praxis arbeiten sie interdisziplinär eng mit anderen Fachpersonen zusammen. Sie sensibilisieren Patienten mit Diabetes, Essstörungen, Nierenerkrankungen, Herz- und Kreislauferkrankungen etc. für ihr Ernährungsverhalten. Durch ernährungstherapeutische Massnahmen stellen sie die fachgerechte Zubereitung der Mahlzeiten sicher. Sie zeigen den Patienten die Zusammenhänge zwischen der verordneten Ernährungstherapie und der damit verbundenen Ernährungsumstellung und ihrer Krankheit auf. Lösungen auf eventuelle Ernährungsprobleme suchen sie gemeinsam. Mit Menüplänen, Rezepten und Tipps zur Menügestaltung unterstützen sie den Patienten bei der Umsetzung im Alltag. Die Umstellung der Essgewohnheiten ist ein schwieriger Prozess. Für eine erfolgreiche Therapie müssen Ernährungsberater FH Beratungsgespräche mit viel Einfühlungsvermögen, Verständnis und Überzeugungskraft führen sowie die Lebenssituation, die Wünsche und Befürchtungen der Patienten mit einbeziehen.

Ernährungsberaterinnen FH beraten nicht nur kranke Menschen. Ihr Wissen über ausgewogene und gesunde Ernährung geben sie auch in Einzelsitzungen, Ernährungskonzepten, Vorträgen und Seminaren an Interessierte aller Altersstufen weiter. Hierbei müssen sie didaktische Grundsätze beherrschen und sind schreiberisch tätig. Sie betreiben Ernährungserziehung im Sinne ganzheitlicher Gesundheitsförderung und Prävention. Sie mobilisieren individuelle Ressourcen und klären über ungünstige Verhaltensweisen auf, sie informieren über sinnvolle Gewichtsreduktion, den Nutzen regelmässiger körperlicher Aktivität und gesunde Ernährung.

Ernährungsberater FH sind in einem komplexen, vielschichtigen Umfeld tätig. Darum informieren sie sich stets gezielt über die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse und integrieren dieses Wissen in ihre Tätigkeit. Neben Erkenntnissen aus der Ernährungswissenschaft benötigen sie auch Wissen aus anderen Disziplinen wie Medizin, Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Neben Diätetik, Lebensmittelrecht, -produktion und -verarbeitung sind Themen wie Sozialpsychologie, Beratungstheorie und Anatomie für die Berufsausübung relevant. Die interdisziplinäre Arbeitsweise spiegelt sich in der engen Zusammenarbeit mit Diätköchen, dem Pflegefachpersonal und der Ärzteschaft. Teilweise beteiligen sie sich auch an wissenschaftlichen Studien und Projekten.

Weiterbildung

Kurse und Fachtagungen

Angebote des Schweiz. Verbands dipl. Ernährungsberater/innen SVDE, der Schweiz. Gesellschaft für Ernährung SGE, der Gesellschaft für klinische Ernährung der Schweiz GESKES, von Höheren Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten
 
Fachhochschule (Master)

Master FH in Ernährung und Diätetik (in Diskussion) oder in verwandten Fachrichtungen
 
Universität / ETH (Master)

Masterstudiengänge im Fachbereich Ernährung und Gesundheit; Über die Zulassung mit dem Bachelor FH informieren die Universitäten bzw. die ETH.
 
Nachdiplomstufe

Angebote von Fachhochschulen, Universitäten und der ETH; z.B. in Ernährung und Gesundheit, Management im Gesundheitswesen, Arbeit und Gesundheit, Gesundheitskompetenz 

Bilderwelt

 

Quelle (teilweise): BIZ-BERUFSINFO, SDBB Bern / Laufbahnzentrum (LBZ) Zürich